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Gaza-Veteranen schockieren mit Aussagen über wahllose Morde

ISRAELISCHE ARMEE
Gaza-Veteranen schockieren mit Aussagen über wahllose Morde

Sie erschossen wehrlose Zivilisten, zerstörten Häuser palästinensischer Familien: Zum ersten Mal sind Berichte israelischer Soldaten über ihren Einsatz im Gaza-Krieg veröffentlicht worden – unzensiert. Das Militär will die Verbrechen untersuchen, die Öffentlichkeit ist entsetzt.

Beirut – Der Befehl war so klar wie brutal: „Immer, wenn wir ein Haus stürmten, sollten wir die Tür eintreten und dann hineinschießen“, berichtete ein israelischer Soldat von den Befehlen, die er im Gaza-Krieg erhielt. Er und seine Kameraden hätten Anweisung gehabt, beim Durchsuchen des Hauses auf alle Personen zu schießen, die sie fanden. „Ich nenne das Mord“, so der Militär.

In einem anderen Fall sei er Zeuge gewesen, wie sein Vorgesetzter Soldaten befohlen habe, auf eine alte Frau zu schießen, die eine Straße überquerte. „Ich weiß nicht, ob sie verdächtig oder harmlos war. Ich weiß aber, dass mein Offizier Leute aufs Dach geschickt hat, um sie auszuknipsen. Das war kaltblütiger Mord.“
Das Zeugnis, das der namentlich nicht bekannte Soldat von seinem Einsatz in Gaza abgelegt hat, ist Teil eines Reports, der am Donnerstag an die Öffentlichkeit gelangt ist und Israel in eine Art Schockstarre versetzt hat. „Das hier sind Beweise aus erster Hand für etwas, was die meisten Israelis gerne vergessen möchten: So hat die Armee ihren Krieg gegen bewaffnete Terroristen geführt, während eine anderthalb Millionen zählende Zivilbevölkerung zwischen den Fronten stand“, schrieb die links-liberale Tageszeitung „Haaretz“ in einer ersten Reaktion.

Der Report ist die Mitschrift einer Diskussion, die am 13. Februar in der Militärakademie Itzak Rabin im israelischen Tivon stattfand. Alle zu Wort kommenden Soldaten sind Absolventen der Akademie, in dessen Informationsblatt ihre Aussagen nun veröffentlicht wurden.

Das Protokoll wirft ein Schlaglicht auf die Realität eines Krieges, zu dem die internationale Presse – wegen einer von Israel verhängten Blockade – keinen Zugang hatte. Die aufgelisteten Aussagen stehen im krassen Widerspruch zu der oft beschworenen moralischen Überlegenheit der israelischen Armee (IDF). Es ist das erste Mal, dass eine große Gruppe von Soldaten fast geschlossen Kritik an ihren Einsatzbefehlen und an der Duldung zweifelhaften Verhaltens durch ihre Vorgesetzen übt.

Rücksichtsloser Umgang mit Zivilisten

Die Mitschrift der Diskussion könnte damit Teil der juristischen Auseinandersetzung über angeblich von israelischen Soldaten verübte Kriegsverbrechen im Gaza-Streifen werden. Mehrere internationale Menschenrechtsgruppen sowie einzelne Staaten planen, Israel wegen des Todes von Zivilisten und des illegalen Einsatzes von schweren Waffen in dicht besiedeltem Gebiet zur Verantwortung zu ziehen. Das Protokoll könnte Israel-Kritikern als Beweis dafür dienen, dass der rücksichtslose Umgang mit Zivilisten während des Angriffs geplanter Bestandteil der Kriegsführung war.

Die Frage nach der Moral wurde auch an jenem Abend in der Rabin-Akademie gestellt. Ein Soldat erzählte, viele seiner Kameraden hätten mutwillig den Besitz palästinensischer Familien zerstört, „weil es ihnen Spaß machte“. Er sei darüber ins Grübeln gekommen: „Wir können sagen, sooft wir wollen, dass die israelische Armee moralisch überlegen ist, aber im Feld ist das einfach nicht so.“ Ein Offizier wird damit zitiert, dass die Befehle und das Verhalten seiner Kameraden „unlogisch“ gewesen sei. „Leute haben ‘Tod den Arabern’ an die Wände geschrieben und auf Familienfotos gespuckt. Einfach, weil sie es konnten. Das ist das Wichtigste: zu verstehen, wie tief die IDF in Sachen Ethik gesunken ist. Das ist das, was mir am meisten in Erinnerung bleiben wird“, sagte der Gruppenführer.
Ein Kommandeur erzählte der versammelten Runde, ein Scharfschütze habe eine Mutter und ihre zwei Kinder erschossen, weil sie bei ihrer Evakuierung versehentlich in die falsche Richtung gegangen seien. „Ich glaube nicht, dass er sich besonders schlecht fühlte, weil er aus seiner Sicht nur nach seinen Vorschriften handelte.“ Insgesamt habe der Eindruck vorgeherrscht, „dass das Leben von Palästinensern sehr, sehr viel weniger wichtig ist als das Leben unserer Soldaten“, sagte derselbe Offizier. Ein anderer gab zu, selbst mit Hand angelegt zu haben: „Wir haben alles aus den Fenstern geworfen um Platz zu schaffen. Der gesamte Hausstand flog raus: Der Kühlschrank, Teller, Möbel. Der Befehl war, alles aus dem Haus rauszuschaffen.“

Mehrere Soldaten berichteten übereinstimmend, dass beim Stürmen von Häusern, in denen sich Zivilisten aufhielten, Soldaten häufig wahllos und ohne Vorwarnung um sich geschossen hätten. „Die Vorgesetzten sagten uns, dies sei in Ordnung, weil jeder, der dageblieben ist, ein Terrorist ist“, wird ein Infanterist zitiert. „Ich habe das nicht verstanden – wohin hätten sie denn fliehen sollen?“ Andere Soldaten hätten ihm gesagt, man müsste alle töten, „weil jeder Mensch in Gaza ein Terrorist ist“.

Die Soldaten wähnten sich in einem Heiligen Krieg

Militär-Rabbiner und Seelsorger privater Institutionen hätten versucht, mit Handzetteln und Broschüren auf die Soldaten einzuwirken. Alle Schriften hätten eine Botschaft transportiert, wird einer der Soldaten zitiert. „Wir sind das Volk Israel, wir sind fast durch ein Wunder in dieses Land gekommen, nun müssen wir kämpfen um die Ungläubigen zu vertreiben, die der Wiedereroberung des Heiligen Landes im Wege stehen“, so der Inhalt der Blätter. Viele Soldaten hätten das Gefühl gehabt, es handele sich um einen Heiligen Krieg, so der Soldat.

Der Leiter der Militärakademie, Danny Samir, hörte mit wachsendem Entsetzen, was seine Absolventen zu berichten hatten. „Für uns war das ein totaler Schock.“ Er habe eine gemäßigte Diskussion über den Krieg erwartet, niemals aber solche Enthüllungen, sagte er israelischen Medien am Donnerstag. Sofort nach dem Ende der Debatte habe er sich an seine Vorgesetzten gewandt, die ebenfalls überrascht gewesen seien. Eine Untersuchungskommission solle nun den Wahrheitsgehalt der Statements überprüfen.
Verteidigungsminister Ehud Barak sagte dem israelischen Radio, die IDF werde die Ergebnisse der Untersuchung mit „aller notwendigen Ernsthaftigkeit“ prüfen. Daran, dass die IDF höchste ethische Standards habe, hielt er fest. „Ich sage immer noch, dass wir die moralischste Armee der Welt sind“, so Barak. Zwar gebe es sicher Ausnahmen, diese müssten jedoch von Fall zu Fall eingeschätzt und bewertet werden. Die israelische Organisation „Rabbiner für Menschenrechte“ nannte die Vorfälle einen „moralischen Tsunami“ und rief zur nationalen Trauer und Buße auf.

Während der drei Wochen langen israelischen Militäroffensive im Gaza-Streifen zum Jahreswechsel wurden nach Angaben der palästinensischen Menschenrechtsorganisation PCHR insgesamt 1434 Palästinenser getötet und weitere 5303 verletzt. Unter den Todesopfern seien 960 Zivilisten, teilte die Organisation vor einer Woche zum Abschluss einer Untersuchung in Gaza mit. Auf israelischer Seite starben während des Krieges 13 Personen, darunter drei Zivilisten. Israel wollte mit dem Einsatz den Raketenbeschuss israelischer Ortschaften durch militante Palästinenser aus dem Gaza-Streifen unterbinden. Die Angriffe gehen jedoch weiter. Auch die israelische Armee fliegt nach wie vor Angriffe auf Ziele im Gaza-Streifen.

Quelle: Spiegel

Quelle: Süddeutsche

Kriegs-Touristen auf dem Berg der Schande

NAHOST

Von der Grenze zum Gaza-Streifen berichtet Ulrike Putz
Auf einem israelischen Berg nahe des Gazastreifens sammeln sich Schlachtenbummler, die jede Explosion jenseits der Grenze mit Applaus kommentieren – als wäre ein Tor im Fußball gefallen. Die von dort berichtenden Journalisten müssen sich Häme gefallen lassen.

Berg der Schande heißt die Erhebung mit dem besten Blick auf den Gaza-Streifen inzwischen im Journalistenjargon. „Hill of Shame“ deshalb, weil er zum Symbol des israelischen Umgangs mit der Welt-Presse geworden ist. Israel lässt nach wie vor keine ausländischen Berichterstatter in das Kriegsgebiet. Was die Betroffenen davon halten, spiegelt sich im Namen, den sie ihrem Ausweichquartier gegeben haben.

Dutzende Fernsehteams drängen sich am Abend auf der Anhöhe. Sie sind hier, um wenigstens aus der Ferne die Bilder der Zerstörung zu zeigen, die das wohl schwerste Bombardement seit Kriegsbeginn vor drei Wochen anrichtet.
Das ist nicht leicht: Denn zu den Journalisten haben sich etwa hundert israelische Schlachtenbummler gesellt, die ihr möglichstes tun, um die Reporter an der Arbeit zu hindern.

Als ein türkischer Korrespondent zu einem Live-Aufsager ansetzt, brüllen sie dazwischen. „Türke, geh nach Hause“, skandieren Dutzende Männer, einige von ihnen in der Tracht der Ultra-Orthodoxen. „Muslime raus aus Israel!“ Dann werden die Störer abgelenkt. In der Ferne fliegen Salven orangeglühender Panzergranaten in Richtung einer Häuserfront. „Eins, zwei, drei – Bumm“, jubeln die Männer und applaudieren, als ein paar Sekunden später das Wummern der Explosionen den Hügel hinaufschallt.

Über Gaza liegt zu diesem Zeitpunkt schon ein Teppich aus schwarzen Rauchwolken. Am Horizont ist ein loderndes Feuer zu erkennen: Der Lage nach müsste es das UNRWA-Hauptquartier sein, das am Mittag von der israelischen Armee beschossen wurde.

Es ist nicht möglich, mit den Schaulustigen auf dem Hügel zu sprechen, zu hören, was sie zu ihrem Verhalten bewegt: Einige Angesprochene drehen sich weg, einer tut so, als würde er ausspucken.

„Israel hat den Eindruck, dass die Weltpresse nicht fair berichtet“, sagt einer, der dann doch reden will. Hagai Ben Kuzari wohnt im Kibbutz Nir Am, wenige hundert Meter von dem Presse-Hügel entfernt. Der Filmstudent wollte mit eigenen Augen sehen, wie die Presse arbeitet, deshalb ist er nach der Uni hergefahren.

Die ersten, die er traf, waren jedoch keine Journalisten, sondern nur als solche verkleidet: Drei Frauen aus der Nähe aus Tel Aviv fanden es lustig, sich mit Perrücken und Clowns-Nase unter die Presseleute zu mischen. Eine hielt einen Spielzeug-Fernseher und eine Puppe in der Hand. Immer wieder tat sie so, als müsse sie weinen: Es sollte eine Parodie auf die westliche Presse sein, die zu viele Tränen über die in Gaza getöteten Kinder vergießt.

Ben Kuzari ist ob des Verhaltens seiner auf dem Hügel versammelten Landsleute geschockt. „Die Leute hier verhalten sich, als seien sie bei einem Fußballspiel, dabei sterben da drüben Menschen“, sagt er.
Natürlich könne man der Ansicht sein, dass der Krieg gegen die Hamas gerechtfertigt sei: „Ich weiß, wie zermürbend die ständige Angst vor den Kassams ist.“ Seit eineinhalb Jahren schon lebe er im Kibbutz und somit in Reichweite der Geschosse. „Aber das heißt, doch nicht, dass ich mich freue, von Palästinenser sterben“, sagt er.

In diesem Moment schießt im Hintergrund eine riesige, betongraue Rauchwolke auf – ein israelischer Hubschrauber hat ein Gebäude getroffen. Die Menge johlt. „Das ist eine Schande“, sagt Ben Kuzari und schüttelt auf dem „Hill of Shame“ den Kopf.

Quelle: Spiegel


Am Tage des Gerichts wird jedem sein Recht gegeben werden, bis hin zu dem, was die gehörnte Ziege einer harmlosen Ziege angetan hat.

Türkisches Staatsfernsehen sendet auf kurdisch

Türkisches Staatsfernsehen sendet auf kurdisch

Die Türkei startet morgen einen Fernsehsender in kurdischer Sprache, die lange Zeit verboten war. Der 24-stündige Sendebetrieb des staatlichen TRT 6 soll am 1. Januar aufgenommen werden. Doch die Zielgruppe ist eher skeptisch.

Quelle: Tagesschau

„Alle Anzeichen von Kriegsverbrechen“

Friedens-Nobelpreisträger

„Alle Anzeichen von Kriegsverbrechen“

Trotz des Protests des UN-Sicherheitsrates plant Israel, Bodentruppen in den Gazastreifen zu schicken. Der südafrikanische Friedens-Nobelpreisträger Erzbischof Desmond Tutu sprach von „Kriegsverbrechen“, der türkische Ministerpräsident Erdogan von „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“.

Quelle: Focus

gaza

Der Schatz der Türken unter der U-Bahn

ARCHÄOLOGIE

Eigentlich wollte Istanbul mit dem Bau einer neuen U-Bahn die Zukunft der Stadt sichern. Doch in der Stadt kann man keine tote Katze begraben, ohne auf Zeugen der reichen Vergangenheit zu stoßen. Diesmal waren es einmalige Funde aus der Antike: Die Überreste von mehr als 30 Schiffen wurden freigelegt.

Quelle: Welt

OBAMA-SKANDAL BEIM ORF – USA attackieren Sender wegen Rassismus

OBAMA-SKANDAL BEIM ORF

USA attackieren Sender wegen Rassismus

Fehlgriff mit Folgen: Ein österreichischer TV-Journalist fiel in der US-Wahlnacht mit verbalen Ausfällen gegen Barack Obama auf. Jetzt hat die USA offiziell Protest dagegen eingelegt – vor allem, weil sich niemand in Österreich an den Entgleisungen zu stören schien.

In der TV-Diskussion nannte der bereits seit Jahren pensionierte Emmerich die US-Amerikaner „Rassisten“, denen es „schon sehr schlecht gehen (muss), dass sie so eindrucksvoll (…) einen Schwarzen mit einer schwarzen, sehr gut aussehenden Frau ins Weiße Haus schicken“.

Emmerich hatte in der Wahlnacht am 4. November vor geschätzten 1,2 Millionen Zuschauern im ORF-TV erklärt, er wolle sich „nicht von einem Schwarzen in der westlichen Welt dirigieren lassen“.

Dem „Standard“ sagte er, er sehe in Obamas Wahl „eine äußerst beunruhigende Entwicklung“, weil „die Schwarzen in ihrer politisch- zivilisatorischen Entwicklung noch nicht so weit“ seien.

Quelle: Spiegel

Steine des Anstoßes

In ganz Europa, vor allem in Deutschland, sind mehrere hundert neue, oft prachtvolle Moscheen geplant. Die Architektur wird zum Austragungsort des erbitterten ideologischen Streits darüber, welchen Platz die westliche Gesellschaft ihren muslimischen Bürgern einräumen soll.

Quelle: Spiegel

PKK greift Grenzschutzposten an

Türkei

Bei einem schweren Angriff der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK auf einen Grenzschutzposten der türkischen Gendarmerie sind 38 Menschen getötet worden. Die kurdischen Kämpfer seien aus dem Nordirak in die Türkei eingedrungen, teilte der türkische Generalstab am Samstag in Ankara mit.

Quelle: Stern

Flucht vor dem Frust

BILDUNG

Die türkische Mittelschicht gründet eigene Privatschulen, weil sie sich im öffentlichen System benachteiligt fühlt – und stößt damit auf Widerstand.

Quelle: Spiegel


Geniale Arbeit zur Integration! Weiter so!

Rechte Parteien holen 30 Prozent bei Nationalratswahlen

Österreich

Triumph für die Rechtspopulisten in Österreich: Die rechte FPÖ und Jörg Haiders BZÖ können ihren Stimmenanteil fast verdoppeln. Die Regierungsparteien müssen schwere Verluste hinnehmen. Die sozialdemokratische SPÖ bleibt laut Hochrechnungen zwar stärkste Partei – aber mit nur noch 29,2 Prozent der Stimmen.

Quelle: Spiegel

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