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Nicht jede Nachricht schmeckt lecker…Archiv für Palästina
Israel: Gaza-Veteranen werfen Israel brutale Kriegsführung vor
ZIVILE OPFER
Gaza-Veteranen werfen Israel brutale Kriegsführung vor
Ein gerechter Krieg – so stellt Israel seine Militäroperation Anfang des Jahres im Gaza-Streifen dar. Es sei alles getan worden, um Unschuldige zu schonen. Aussagen von Soldaten widerlegen das: Demnach gab es mutwillige Zerstörungen und gezielte Tötungen von Zivilisten.
Quelle: Spiegel
US-Folter: Geheime Fotos zeigen Vergewaltigungen
US-Folter
Geheime Fotos zeigen Vergewaltigungen
US-Präsident Barack Obama erhält Rückendeckung für seinen Entschluss, die Fotos der Gefangenenmisshandlung im Irak unter Verschluss zu halten. Ein Ex-General nennt bestürzende Details.
Unter den Fotos von Gefangenenmisshandlungen im Irak, die von der Regierung von Präsident Barack Obama weiter unter Verschluss gehalten werden, sind nach Angaben eines früheren US-Generals auch Bilder von Vergewaltigungen. Ex-Generalmajor Antonio Taguba, der die Untersuchungen zu den Misshandlungen im Gefängnis von Abu Ghraib leitete, sagte der Zeitung „Daily Telegraph“, er unterstütze die Entscheidung von Obama, die Bilder nicht zu veröffentlichen.
Die Freigabe der Fotos könne nur zu juristischen Klagen führen und gefährde die Sicherheit der US-Truppen. „Die Beschreibung der Bilder ist schon schlimm genug, glauben sie mir“, sagte Taguba. Laut „Daily Telegraph“ zeigen die Bilder schlimmere Vergehen als bislang bekannt. Eines zeige, wie ein US-Soldat eine Gefangene vergewaltige, ein anderes wie ein männlicher Übersetzer einen männlichen Gefangenen vergewaltige.
Quelle: Focus
Siedlungsbau-Israel bleibt stur
Siedlungsbau
Israel bleibt stur
Die israelische Regierung hält am Siedlungsbau im Westjordanland fest. Die Regierung Netanjahus sträubt sich damit gegen Forderungen aus Berlin und Washington.
Einen Siedlungsstopp werde es nicht geben, bekräftigte am Sonntag Verkehrsminister Israel Katz, ein enger Vertrauter von Regierungschef Benjamin Netanjahu im Rundfunk. „Ich will es sehr deutlich sagen, dass es die israelische Regierung gegenwärtig niemals akzeptieren wird, dass die legale Besiedlung in Judäa-Samaria [Westjordanland] eingestellt wird“, sagte Katz dem Armeeradio. Katz spielte damit auf den Ausbau von 120 Siedlungen an, der behördlich genehmigt wurde. Die Regierung hatte sich bereit erklärt, rund hundert illegale Siedlungen räumen zu lassen.
Jetzt ist der Streit offiziell
Die USA fordern gemäß der sogenannten Roadmap von Israel einen totalen Siedlungsstopp und lehnen eine Unterscheidung zwischen legalen und illegalen Siedlungen ab. Katz ist der erste Minister der amtierenden israelischen Regierung, der nach den deutlichen Worten von US-Präsident Barack Obama und US-Außenministerin Hillary Clinton in der vergangenen Woche die Meinungsverschiedenheiten beider Seiten öffentlich ansprach. Obama hatte Netanjahu bei dessen Besuch in Washington vor zwei Wochen deutlich gemacht, dass die USA auf einen Stopp des Siedlungsbaus in den Palästinensergebieten und die Schaffung eines unabhängigen palästinensischen Staats pochen.
Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte am Samstag von Israel das Ende von jedem Siedlungsbau in den besetzten Gebieten verlangt. Der Neu- oder Ausbau von Siedlungen sei „nicht akzeptabel“, weder in Ost-Jerusalem noch im Westjordanland, sagte Steinmeier in Berlin. Darin sei sich die Bundesregierung mit den USA einig. Zugleich plädierte der Außenminister für neue Anstrengungen, um den Friedensprozess im Nahen Osten schnell wieder in Gang zu bringen. Dazu müssten die Europäische Union und die neue US-Regierung von Präsident Obama aber „mit einer Stimme sprechen“.
Quelle: Focus
EU-Parlament – Le Pen verharmlost den Holocaust
EU-Parlament
Le Pen verharmlost den Holocaust
Der französische Rechtsextreme Jean-Marie Le Pen hat Gaskammern in Vernichtungslagern erneut als „Detail“ der Weltgeschichte bezeichnet. Das soll Folgen haben.
Quelle: Focus
Bin Laden ruft zum Heiligen Krieg auf
„Wir sehen nur israelisches Fernsehen“
Den ausländischen Medien trauen viele Israelis nicht. Sie unterstellen dem Rest der Welt, sie schere sich nicht um den Terror durch den jahrelangen Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen. „Wir sehen nur israelisches Fernsehen“, betont die 24-jährige Yael Weinberg. Die Kriegsberichterstattung ausländischer Sender findet sie nicht gut: „Sie versuchen nicht, unsere Seite zu verstehen.“
Gazastreifen
El-Kaida-Chef Osama bin Laden hat in einer Audio-Botschaft wegen der israelischen Offensive im Gazastreifen dort zum Heiligen Krieg aufgerufen. Israel kämpft derweil immer erbitterter gegen die Hamas.
Israel zeigt kaum Bilder von Palästinensern
Die Israelis sehen den Krieg jedoch durch eine andere Brille: Während sich internationale Medien auf die Angriffe in Gaza und Hunderte Tote auf palästinensischer Seite konzentrieren, sind die Sendungen und Zeitungen in Israel voll mit Bildern verängstigter Bürger, die sich in Bunker flüchten, und von den Schäden durch Raketen der Hamas. Tote palästinensische Kinder und ausgebombte Wohnungen in Gaza kommen eher beiläufig vor.
„Israel befindet sich im Krieg, und natürlich interessieren am meisten die Bilder und Berichte darüber, was mit den kämpfenden Soldaten ist; die haben doch Familien daheim. Und alles in Zusammenhang mit den Grad- und Kassam-Raketen“, erklärt Fernsehkommentator Motti Kirshenbaum von Kanal 10. „Aber es stimmt nicht, dass die israelische Öffentlichkeit nicht alles mitbekommt, was passiert.“ Die einheimischen Medien berichteten durchaus darüber, und internationale Medien, selbst arabische TV-Sender, seien jedem zugänglich. Die israelischen Journalisten kämen schließlich nicht von einem anderen Planeten, sie hätten Familie und Angehörige unter den Soldaten, sagt Kirshenbaum. Zweifellos identifizierten sie sich zuerst mit der eigenen Seite.
Die israelische Berichterstattung ist schon dadurch beeinflusst, dass die Regierung nationale wie internationale Medien bis auf wenige Ausnahmen aus der Kampfzone aussperrt. Viele Aufnahmen von der Front stammen von Soldaten, die mit Kameras ausgestattet wurden. Kritische Beiträge sind selten. Wer Sympathie für die Palästinenser zeigt, erntet wütenden Protest. Kanal-2-Moderatorin Yonit Levy wurde von über 30 000 Zuschauern beschimpft für die Bemerkung: „Es ist schwer, die Welt davon zu überzeugen, dass der Krieg gerecht ist, wenn wir einen Toten haben und die Palästinenser 350.“
Quelle: Focus
Kriegs-Touristen auf dem Berg der Schande
NAHOST
Von der Grenze zum Gaza-Streifen berichtet Ulrike Putz
Auf einem israelischen Berg nahe des Gazastreifens sammeln sich Schlachtenbummler, die jede Explosion jenseits der Grenze mit Applaus kommentieren – als wäre ein Tor im Fußball gefallen. Die von dort berichtenden Journalisten müssen sich Häme gefallen lassen.
Berg der Schande heißt die Erhebung mit dem besten Blick auf den Gaza-Streifen inzwischen im Journalistenjargon. „Hill of Shame“ deshalb, weil er zum Symbol des israelischen Umgangs mit der Welt-Presse geworden ist. Israel lässt nach wie vor keine ausländischen Berichterstatter in das Kriegsgebiet. Was die Betroffenen davon halten, spiegelt sich im Namen, den sie ihrem Ausweichquartier gegeben haben.
Dutzende Fernsehteams drängen sich am Abend auf der Anhöhe. Sie sind hier, um wenigstens aus der Ferne die Bilder der Zerstörung zu zeigen, die das wohl schwerste Bombardement seit Kriegsbeginn vor drei Wochen anrichtet.
Das ist nicht leicht: Denn zu den Journalisten haben sich etwa hundert israelische Schlachtenbummler gesellt, die ihr möglichstes tun, um die Reporter an der Arbeit zu hindern.
Als ein türkischer Korrespondent zu einem Live-Aufsager ansetzt, brüllen sie dazwischen. „Türke, geh nach Hause“, skandieren Dutzende Männer, einige von ihnen in der Tracht der Ultra-Orthodoxen. „Muslime raus aus Israel!“ Dann werden die Störer abgelenkt. In der Ferne fliegen Salven orangeglühender Panzergranaten in Richtung einer Häuserfront. „Eins, zwei, drei – Bumm“, jubeln die Männer und applaudieren, als ein paar Sekunden später das Wummern der Explosionen den Hügel hinaufschallt.
Über Gaza liegt zu diesem Zeitpunkt schon ein Teppich aus schwarzen Rauchwolken. Am Horizont ist ein loderndes Feuer zu erkennen: Der Lage nach müsste es das UNRWA-Hauptquartier sein, das am Mittag von der israelischen Armee beschossen wurde.
Es ist nicht möglich, mit den Schaulustigen auf dem Hügel zu sprechen, zu hören, was sie zu ihrem Verhalten bewegt: Einige Angesprochene drehen sich weg, einer tut so, als würde er ausspucken.
„Israel hat den Eindruck, dass die Weltpresse nicht fair berichtet“, sagt einer, der dann doch reden will. Hagai Ben Kuzari wohnt im Kibbutz Nir Am, wenige hundert Meter von dem Presse-Hügel entfernt. Der Filmstudent wollte mit eigenen Augen sehen, wie die Presse arbeitet, deshalb ist er nach der Uni hergefahren.
Die ersten, die er traf, waren jedoch keine Journalisten, sondern nur als solche verkleidet: Drei Frauen aus der Nähe aus Tel Aviv fanden es lustig, sich mit Perrücken und Clowns-Nase unter die Presseleute zu mischen. Eine hielt einen Spielzeug-Fernseher und eine Puppe in der Hand. Immer wieder tat sie so, als müsse sie weinen: Es sollte eine Parodie auf die westliche Presse sein, die zu viele Tränen über die in Gaza getöteten Kinder vergießt.
Ben Kuzari ist ob des Verhaltens seiner auf dem Hügel versammelten Landsleute geschockt. „Die Leute hier verhalten sich, als seien sie bei einem Fußballspiel, dabei sterben da drüben Menschen“, sagt er.
Natürlich könne man der Ansicht sein, dass der Krieg gegen die Hamas gerechtfertigt sei: „Ich weiß, wie zermürbend die ständige Angst vor den Kassams ist.“ Seit eineinhalb Jahren schon lebe er im Kibbutz und somit in Reichweite der Geschosse. „Aber das heißt, doch nicht, dass ich mich freue, von Palästinenser sterben“, sagt er.
In diesem Moment schießt im Hintergrund eine riesige, betongraue Rauchwolke auf – ein israelischer Hubschrauber hat ein Gebäude getroffen. Die Menge johlt. „Das ist eine Schande“, sagt Ben Kuzari und schüttelt auf dem „Hill of Shame“ den Kopf.
Quelle: Spiegel
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Am Tage des Gerichts wird jedem sein Recht gegeben werden, bis hin zu dem, was die gehörnte Ziege einer harmlosen Ziege angetan hat.
Israelische Bomben treffen Uno-Zentrale und Pressehochhaus
HEFTIGE GEFECHTE IN GAZA
Kämpfe mitten in Wohngebieten, Panik in der Bevölkerung, noch viele Kilometer entfernt hört man lauten Bombendonner – Israel verschärft die Offensive im Gaza-Streifen. Fernsehsender und Uno melden, auch ihre Gebäude seien getroffen worden.
Quelle: Spiegel
Uno legt schockierenden Gaza-Bericht vor
NAHOST-KRISE
Zehntausende Flüchtlinge, kaum Wasser und Lebensmittel: Erstmals seit Beginn der Gaza-Offensive beschreibt die Uno detailliert die humanitäre Lage. Die Kommissarin für Menschenrechte fordert eine Untersuchung wegen möglicher Kriegsverbrechen Israels.
Quelle: Spiegel
Viele Tote bei israelischen Angriffen auf Uno-Schule
GAZA-KRIEG
Der israelische Angriff auf eine Uno-Schule im Gaza-Streifen hat mehr Opfer gefordert, als zunächst bekannt wurde: Mindestens 40 Menschen sollen ums Leben gekommen sein. Hunderte Palästinenser hatten dort Zuflucht gesucht.
Quelle: Spiegel